Zum Inhalt springen

Stunden­verrechnungs­satz berechnen, mit euren eigenen Zahlen.

Tragt Lohn, Ausfalltage und Zuschläge ein. Der Rechner zeigt jeden Schritt vom Bruttolohn bis zum Verrechnungssatz, damit ihr die Zahl dem Kunden erklären könnt. Ohne Anmeldung, ohne Speicherung.

Lohn und Zeit
Zuschläge

Stundenverrechnungssatz netto

76,24 Euro

Mit 19 Prozent Umsatzsteuer: 90,73 Euro je Stunde.

Produktive Stunden je Jahr1.455
Lohnkosten je Jahr inkl. Lohnzusatzkosten60.030 Euro
Lohnkosten je produktive Stunde41,26 Euro
Gemeinkosten je produktive Stunde31,36 Euro
Selbstkosten je Stunde72,61 Euro
Wagnis und Gewinn je Stunde3,63 Euro

Rechnet ihr 5 Euro zu wenig je Stunde, fehlen bei 3 produktiven Mitarbeitern 21.825 Euro im Jahr.

So rechnet der Rechner.

Sechs Schritte, jeder nachvollziehbar. Der Rechenweg folgt dem Kalkulationsschema der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern: Ausfallzeiten kürzen die verrechenbaren Stunden, die Arbeitgeberanteile kommen als Prozentsatz auf den Bruttolohn.

Nicht mischen: Das Kundenblatt des Fachverbands Elektro Baden-Württemberg rechnet stattdessen mit einer einzigen Lohnzusatzkostenquote von rund 91 Prozent, in der Urlaub, Feiertage und Krankheit schon stecken. Wer diese Quote einsetzt und zusätzlich die Ausfalltage abzieht, zählt doppelt.

  1. Produktive Stunden. Bezahlte Stunden im Jahr minus Urlaub, Feiertage, Krankheit und sonstige Ausfalltage (jeweils Tage mal Stunden je Zahltag bei 261 Zahltagen) minus unproduktive Zeit für Fahrten, Lager, Werkstatt und Besprechungen. Mit den Kammerwerten ergibt das 1.455 Stunden.
  2. Lohnkosten im Jahr. Bruttostundenlohn mal bezahlte Stunden, plus Lohnzusatzkosten in Prozent darauf. Darin stecken die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Umlagen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft.
  3. Lohnkosten je produktive Stunde. Die Jahreslohnkosten geteilt durch die produktiven Stunden aus Schritt 1. Hier entsteht der größte Sprung, weil bezahlte Ausfallzeit auf die verkaufbaren Stunden umgelegt wird.
  4. Gemeinkosten. Der Gemeinkostenzuschlag in Prozent auf die Lohnkosten je produktive Stunde. Er enthält alles, was der Betrieb kostet, ohne direkt am Auftrag zu hängen.
  5. Selbstkosten. Lohnkosten je produktive Stunde plus Gemeinkosten. Unter diesem Wert verliert der Betrieb mit jeder verkauften Stunde Geld.
  6. Wagnis und Gewinn. Ein Zuschlag in Prozent auf die Selbstkosten für Rücklagen, Investitionen und Ausfälle. Das Ergebnis ist der Stundenverrechnungssatz netto; die Umsatzsteuer kommt auf der Rechnung dazu.

Woher die Werte kommen.

Die Vorgaben folgen dem Kammerbeispiel, nur der Lohn ist ein Wert von 2026. Eure eigenen Zahlen stehen in Lohnabrechnung, Urlaubsplanung und Jahresabschluss. Was die Quellen hergeben:

Bruttostundenlohn
Aus der Lohnabrechnung, je Mitarbeiter oder als Durchschnitt der produktiven Mitarbeiter. Das Kammerbeispiel von 2019 rechnet mit 12,20 Euro Ecklohn; die 23 Euro hier sind ein Beispielwert für einen Gesellen 2026, keine Tarifangabe.
Bezahlte Stunden
Die Kammer rechnet mit 261 Zahltagen zu 8 Stunden, also 2.088 Stunden. Bei einer 39-Stunden-Woche sind es rund 2.036 Stunden; dann sinkt auch die Stundenzahl je Zahltag.
Urlaub, Feiertage, Krankheit, Sonstiges
Das Kammerbeispiel setzt 24 Urlaubstage, 10 Feiertage, 10 Krankheitstage und 3 sonstige Ausfalltage an. 2026 gibt es neun bundeseinheitliche Feiertage, je Bundesland 10 bis 13. Beim Krankenstand nennen die Quellen je nach Erhebung zwischen 12,7 und 14,6 Fehltage je Arbeitnehmer; nehmt eure eigene Statistik.
Unproduktive Zeit
Die Kammer zieht rund 15 Prozent der Anwesenheitsstunden für Fahrten, Rüstzeiten, Lager und Besprechungen ab, im Beispiel 257 Stunden. Die einzige belastbare Quelle dafür ist eine Zeiterfassung, die produktive und unproduktive Zeiten trennt.
Lohnzusatzkosten
Das Kammerbeispiel rechnet 25 Prozent Arbeitgeberanteil. 2026 ergeben allein die hälftigen Beiträge zu Kranken- (14,6 plus 2,9 Zusatzbeitrag), Renten- (18,6), Arbeitslosen- (2,6) und Pflegeversicherung (Arbeitgeber 1,7) rund 21 Prozent; dazu kommen Insolvenzgeldumlage 0,15 Prozent, U1 mit 2,1 Prozent bei 70 Prozent Erstattung, U2 mit 0,44 Prozent und der Beitrag zur Berufsgenossenschaft. Den exakten Satz nennt euer Steuerberater.
Gemeinkostenzuschlag
Aus dem Jahresabschluss: alle Kosten außer direkten Löhnen und Material, je gewerblichem Mitarbeiter auf die verrechenbaren Stunden verteilt. Im Kammerbeispiel entspricht das 76 Prozent des Lohnkostensatzes, mit kalkulatorischem Unternehmerlohn 102 Prozent. Einen Normwert gibt es nicht.
Wagnis und Gewinn
Das Kammerbeispiel rechnet 5 Prozent, das Kundenblatt des Fachverbands Elektro Baden-Württemberg 10 Prozent. Eure Entscheidung, aber ohne Rücklage fehlt beim nächsten Fahrzeug oder Gewährleistungsfall das Geld.

Quellen, geöffnet am 3. September 2026: Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Ermittlung des Stundenverrechnungssatzes, Stand 01.09.2019 · Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg, Was kostet die Monteurstunde, November 2019 · Beitragssätze Sozialversicherung 2026 · Umlagesätze U1 und U2 · Destatis, Krankenstand.

Fragen zum Rechner

Alle Fragen und Antworten

Warum rechnet der Rechner mit produktiven statt mit bezahlten Stunden?

Weil nur die produktive Stunde beim Kunden Geld bringt. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Fahrten, Lager und Besprechungen werden bezahlt, aber nicht verrechnet. Alle Kosten des Jahres müssen deshalb auf die produktiven Stunden verteilt werden. Wer durch die bezahlten Stunden teilt, setzt den Satz systematisch zu niedrig an.

Kann ich das Ergebnis als Angebotspreis nehmen?

Der Satz ist die Untergrenze für eine Monteurstunde, nicht der Angebotspreis. Auf ihn kommen noch Material mit eigenem Aufschlag, Fahrtkosten und je nach Auftrag ein Zuschlag für Risiko oder Termindruck. Wer marktübliche Vergleichswerte sucht: dazu gibt es keinen belegten öffentlichen Durchschnitt, die Einordnung steht im Ratgeber zum Stundenverrechnungssatz.

Woher bekomme ich den Gemeinkostenzuschlag für meinen Betrieb?

Aus der Buchhaltung des letzten Jahres: alle Kosten, die nicht direkt einem Auftrag zuzuordnen sind (Büro, Fahrzeuge, Werkzeug und Messgeräte, Versicherungen, Miete, Software, Werbung, unproduktive Löhne), geteilt durch die Lohnkosten der produktiven Mitarbeiter. Das Ergebnis in Prozent ist euer Zuschlag.

Gilt der Satz für Meister und Gesellen gleich?

Nein. Rechnet den Meister mit seinem eigenen Lohn und seinem eigenen Anteil unproduktiver Zeit, weil Angebote, Planung und Betriebsführung darin stecken. Eine Mischkalkulation verkauft Meisterleistung zum Gesellenpreis.

Wie oft sollte der Satz neu berechnet werden?

Einmal im Jahr nach der Lohnrunde und mit den Gemeinkosten aus dem Jahresabschluss. Bei größeren Änderungen wie einem neuen Fahrzeug, einem zusätzlichen Büroplatz oder einer Tariferhöhung sofort.

Die produktiven Stunden liefert die Zeiterfassung.

Stempeluhr in der App, Wochenberichte mit Prüfung durchs Büro, Excel-Export. In 30 Minuten zeigen wir es an eurem Betrieb.

Antwort
innerhalb von 1 bis 2 Werktagen
Praxispartner
Rucker Elektro GmbH, München, Meisterbetrieb seit 1966
Läuft auf
eurem Server, zum Beispiel bei Hetzner